Das Fremdwährungs- Darlehen, was ist das genau?
Ein Fremdwährungsdarlehen wird in einer fremden Währung aufgenommen, vielfach in japanischen Yen oder Schweizer Franken. Es wird gern zur Immobilienfinanzierung eingesetzt, weil die Darlehenszinsen in den fremden Währungen auch auf lange Sicht wesentlich niedriger sind als im Euroraum.Die Vorteile und die Risiken eines Fremdwährungsdarlehens
Der Vorteil ist eine hohe Kostenersparnis, Risiken ergeben sich aus den Währungsschwankungen zwischen dem Euro und
Wirtschaftlicher Hintergrund der Fremdwährungsdarlehen
Darlehenszinsen entwickeln sich international sehr unterschiedlich und sind stets von den Leitzinsen der jeweiligen Zentralbank abhängig. Die japanischen Leitzinsen sanken im Zuge einer Rezession in den 1990er Jahren auf Werte um 0 Prozent, dort liegen sie heute noch (Stand Juni 2011: 0,00 bis 0,10 Prozent).
Dementsprechend sind japanische Darlehenszinsen außerordentlich niedrig, es werden gegenwärtig Hypothekenfinanzierungen mit Zinsen ab 2,1 Prozent angeboten, während in Euro aufgenommene Hypothekenzinsen sich aktuell bei rund 3,5 bis 4 Prozent bewegen und voraussichtlich weiter steigen werden, da die Europäische Zentralbank weitere Zinsschritte nach oben angekündigt hat. Auch die Zinsen für Schweizer Darlehenszinsen waren lange außerordentlich niedrig, haben sich allerdings in jüngster Zeit dem Euroraum angeglichen. Jedoch auch in Schweizer Franken ist heute ein Darlehen noch günstiger zu erhalten als in Euro.
Einführung der Fremdwährungsdarlehen
Fremdwährungsfinanzierungen waren im Unternehmensbereich schon immer üblich, für private Bauherren wird das Mittel verstärkt seit den 1990er Jahren angewendet. Es bedarf eines größeren Verständnisses über wirtschaftliche Zusammenhänge, obgleich das Risiko, durch Wechselkursschwankungen Verluste gegenüber einem Euro-Kredit zu erleiden, im Grunde minimal ist. Denn die Wechselkursschwankungen zwischen den Währungen Euro und Yen fallen nicht so hoch aus, als dass die Ersparnis des halben Zinssatzes zunichtegemacht würde oder gar der Kredit teurer werden könnte als in Euro. Dazu müsste sich nämlich das Währungsverhältnis zwischen Euro und Yen dramatisch verändern, der Euro müsste seinen Wert gegenüber den Japanischen Yen halbieren, und dieser Fall ist sehr unwahrscheinlich.
Dennoch hat der Baufinanzierer, der ein Fremdwährungsdarlehen aufnimmt, grundsätzlich zwei Entwicklungen zu beobachten: die Zinsentwicklung der fremden Währung und den Wechselkurs.
Dieser Erschwernis steht ein sehr großer Vorteil gegenüber: Die Leitzinsen der Bank of Japan liegen nun schon länger als eine Dekade um 0,00 Prozent, dramatische Zinsschritte sind nicht zu erwarten. Das bedeutet gerade für die langfristige Baufinanzierung niedrige Zinsen auf lange Sicht, und das ist mit Euro-Darlehen mit Sicherheit nicht zu erwarten.
Wer heute eine Hypothek in Euro aufnimmt und sie in 10 oder 15 Jahren verlängern wird, kann mit großer Wahrscheinlichkeit dann mit höheren Zinsen rechnen.
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Tags: Geld, Fremdwährungsdarlehen, Darlehen